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Deutsches Elfenbeinmuseum Erbach
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Nach einer ausgedehnten Kavalierstour durch Europa richtete Graf Franz I. zu Erbach-Erbach in seinem Schloss eine Musterwerkstatt für Elfenbeinschnitzerei ein. Mit Hilfe dieses Kunsthandwerks sollten neue Erwerbsmöglichkeiten im Odenwald geschaffen werden, und mit der Gründung der Drechslerzunft 1783 begann der Aufstieg Erbachs zu einem bedeutenden Zentrum der deutschen Elfenbeinverarbeitung.
Diese nun über 200 Jahre alte kunsthandwerkliche Tradition bildet den Hintergrund für das seit 1966 bestehende Deutsche Elfenbeinmuseum Erbach, das 2006 eine umfassende Neugestaltung erfuhr. Zahlreiche kostbare Objekte belegen in diesem Spezialmuseum die Elfenbeinkunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Sie stammen hauptsächlich aus Europa und Asien, aber auch aus Afrika und Grönland.
Einen Schwerpunkt bilden die Kunstwerke des 19. Jahrhunderts. Besonders hervorzuheben sind die Art-Deco-Skulpturen von Ferdinand Preiss und die expressionistischen Knochenschnitzereien von Karl Schmidt-Rottluff, die im 20. Jahrhundert entstanden. Viele der künstlerischen Figuren werden in passenden kleinen Bühnenwelten mit raffinierter Ausstattung und Beleuchtung präsentiert.
Eine eigene Abteilung befasst sich mit der Elfenbeinschnitzerei im Odenwald und ihrer wechselvollen Geschichte zwischen Kunst und Kommerz. Hier wird zum Beispiel das Lebenswerk des Erbacher Bildhauers und Pädagogen Jan Holschuh (1909–2000) gewürdigt. Gegenwärtige Arbeiten stammen aus der Fachschule für Holz und Elfenbein.
An der Museums-Werkbank werden den Besuchern Materialien (unter Berücksichtigung der alternativen Werkstoffe Mammut-Elfenbein, Bein, Tagua-Nuss u. a.), Werkzeuge und Verarbeitungstechniken der Elfenbeinschnitzerei fachkundig vorgeführt.
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