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Museum für Angewandte Kunst
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Der bekannte amerikanische Architekt Richard Meier schuf für das Museum für Angewandte Kunst, eines der bedeutendsten Kunstgewerbemuseen Deutschlands, einen Neubau, in den er die 1803 errichtete Villa Metzler als eigenen Bestandteil integrierte. Der Bau wurde 1985 eröffnet.
Die darin präsentierte Dauerausstellung zeigt nicht nur europäisches Kunsthandwerk von der Romanik bis zum aktuellen Design, sondern auch islamische Kunst sowie Kunst und Kunsthandwerk Ostasiens. Zu den Beständen an Buchkunst und Grafik gehören handgeschriebene und illuminierte Bücher (13. bis 16. Jh.), Werke der Schriftkunst, ornamentale Vorlagenbücher, Buchillustrationen des 20. Jahrhunderts und zeitgenössische Künstlerbücher.
Die mittelalterliche Abteilung umfasst vor allem kirchliche, aber auch profane Objekte. Neben Holzskulpturen sind romanische Elfenbein-, Goldschmiede-, Bronze- und Emailarbeiten, gotische Truhen, Textilien (Altarbehänge, profane Wirkteppiche) und bedeutende hölzerne „Minnekästchen“ zu sehen. Aus der Renaissance stammen italienische und süddeutsche Möbel, Glas aus Venedig und Majolikagefäße. Barock und Rokoko sind mit prunkvollen Möbeln, flämischen Gobelins, Porzellan (Service, Figuren), Fayencen, Gläsern und wertvollen Silberarbeiten vertreten. Die kunstvollen Möbel von David Röntgen entstanden im Zeitalter des Klassizismus. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Kunsthandwerk des Jugendstils. In der Design-Abteilung lässt sich die Entwicklung der Formensprache industriell hergestellter Gebrauchsgegenstände seit dem 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart verfolgen.
Die ostasiatische Sammlung umfasst vor allem Objekte aus China, aber auch Kunsthandwerk aus Japan (Malereien, Buchkunst, Miniatur-Medizindöschen, Keramik des 20. Jh.) und Korea. Zu den chinesischen Exponaten gehören Skulpturen, Keramiken (z. B. Blau-Weiß- und andere Porzellane), Lackarbeiten, Bronzen, Jade-Arbeiten, Textilien und Glasgefäße des 17. und 18. Jahrhunderts („Pekingglas“) – eine Seltenheit in Deutschland.
Die islamische Abteilung zeigt neben frühen aus Keramik und Messing gefertigten Arbeiten Werke aus der Zeit der drei großen Reiche (16. bis 19. Jh.), in der sich national ausgeprägte Kunststile entwickelten. Ausgestellt sind Teppiche, Textilien, eine bedeutende Sammlung persischer Keramik, Metall- und Glasgefäße, indische Elfenbein- und Jadearbeiten sowie Waffen aus Persien (Iran), dem Osmanischen Reich (Türkei) und Mogul-Indien.
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