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Kettenbahn für den Braunkohle-Bergbau; Foto: Gemeinde Wölfersheim

Wölfersheimer Energie-Museum

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Elektrische Bahn für den Braunkohle- und Aschetransport
Foto: Norbert Bauer

Das Museum in der Nähe des Wölfersheimer Bahnhofs befindet sich an einem Ort, der eng mit der regionalen Bergbau- und Kraftwerksgeschichte verknüpft ist. Es befindet sich in dem ehemaligen Schalthaus der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG) und wurde von dem Verein zur Pflege der Bergbau- und Kraftwerkstradition gemeinsam mit der Gemeinde Wölfersheim aufgebaut.
Wesentliche Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes war der fossile Brennstoff Braunkohle, der erst im Tief- und später im Tagebau abgebaut wurde. Bei der hier vorhandenen Kohle handelt es sich um verhältnismäßig junge Braunkohle, auf deren Entstehung in der Ausstellung näher eingegangen wird. Seit 1804, als Graf Vollrad von Solms-Rödelheim bei Ossenheim das erste Braunkohlenbergwerk der Wetterau in Betrieb nahm, wurde Braunkohle zum Heizen und für den Gewerbebrand in der relativ holzarmen Gegend verwendet.

1913 entstand in Wölfersheim das erste Kraftwerk im Großherzogtum Hessen-Darmstadt, und die Kohle wurde seitdem auch zur Stromerzeugung genutzt. Ein 1929 in Betrieb genommenes Schwelkraftwerk arbeitete bis 1954. An den Abbau der Braunkohle unter Tage erinnert im Museum ein ca. 12 Meter langer, rekonstruierter Stollen, der unter Verwendung originalen Grubenholzes errichtet wurde. Urkunden, Knappenbriefe, Uniformen, Hauerwerkzeuge, Grubenlampen und Vermessungsgeräte veranschaulichen darüber hinaus die Welt des Bergmannes.
1962 wurden ein neues Blockheizkraftwerk eröffnet und die letzten Tiefbaugruben stillgelegt. Eine elektrische Grubenbahn transportierte die Kohle von den Tagebauen zum Kraftwerk und von dort die Asche zurück. Zwei ihrer Loks mit Wagen sind vor dem Museum zu besichtigen, ein Modell in der Ausstellung veranschaulicht die Kraftwerksanlagen zur Zeit ihrer höchsten Produktion.
Als die Braunkohlenvorräte 1991 erschöpft waren, wurde der Kraftwerksbetrieb eingestellt und die Rekultivierungsarbeiten sowie der Abbruch des Werkes begannen. Mit diesem Abschnitt endet jedoch nicht die Ausstellung im Museum: Hier werden in einem eigenen Bereich Formen neuer Energiegewinnung, zum Beispiel Solaranlagen, Windkrafträder und moderne Holzheizungen, vorgestellt.

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