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Abteilung „Internationaler Suchdienst“; Foto: Paul Leuck

Historicum 20

#AUFMACHER# Historicum 20

Das ehemalige Kasernengebäude in Bad Arolsen
Foto: Christina Reinsch

Das Museum „Historicum 20“ wurde im Januar 2012 als ein Dokumentationszentrum für die jüngere Geschichte der Residenz- und Garnisonsstadt Arolsen (1867 bis 1994) eröffnet. Es befindet sich in einem 1904 bis 1908 errichteten Gebäude am Eingang der ehemaligen Kaserne. Nach umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen wurde in den historischen Räumen, die sich überwiegend in dem Arresttrakt mit engen Zellen befinden, eine moderne Präsentation mit hinterleuchteten Informationstafeln, Objekten, Bildern, Audio- und Filmsequenzen eingerichtet.

Der Rundgang beginnt im Erdgeschoss mit einem großen Raum zur Geschichte des Internationalen Suchdienstes. Hier erfahren die Besucher, warum der Suchdienst ausgerechnet in der Kleinstadt Arolsen ansässig wurde, welche Aufgaben er hatte und welche Wandlungen er durchlief.
In einem kleinen Raum berichten Migrantenfamilien über ihre Familiengeschichte, was zum Nachdenken über Heimat anregen soll. Für Schüler steht im Erdgeschoss zudem ein „Geschichtslabor“ zur Verfügung, welches Dokumente und Materialien zu verschiedenen Themen und Biografien bereithält.

Die wechselvolle Geschichte des Kasernengeländes bildet den Bezugsrahmen für die chronologisch angeordneten „Zeiträume“ in den fünf ehemaligen Arrestzellen im Obergeschoss. Mit dem Titel „Von der Residenzstadt zur umjubelten Garnison (1867–1918)“ ist der erste Raum überschrieben, ehe es im nächsten um die zivile Nutzung der Kaserne nach dem Ersten Weltkrieg geht (1919–1939). Zwei später bedeutende Schüler des damals in der Kaserne eingerichteten Gymnasiums werden hier vorgestellt: der Arzt und spätere Widerstandskämpfer Georg Groscurth (1904–1944) sowie die Schriftstellerin Christine Brückner (1921–1996). In der dritten Arrestzelle wird die Zeit des Nationalsozialismus, als Arolsen Standort eines SS-Oberabschnitts und eines KZ-Außenlagers wurde, dargestellt – und im nächsten Raum auf eindringliche Weise an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes erinnert. Der letzte Abschnitt „Von der Besatzung zur Freundschaft (1952–1994)“ widmet sich neben der kurzen Nutzung des Gebäudes durch den internationalen Suchdienst vor allem der darauf folgenden Stationierung der belgischen Truppen und den Auswirkungen dieses Ereignisses auf die Stadt bis in die 1990er Jahre.

Das „Historicum 20“ ist ein lebendiger Ort für Erinnerungs- und aktive Vermittlungsarbeit, an dem auch Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen stattfinden. Darüber hinaus wurde ein Jugendforum gegründet, das Schülerinnen und Schülern ermöglicht, eigene Ausarbeitungen und Präsentationen zu zeitgeschichtlichen Themen öffentlich vorzustellen.

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Historicum 20

Georg-Groscurth-Straße 1

34454 Bad Arolsen


Telefon
(0 56 91) 62 57 34


Telefax
(0 56 91) 8 06 67 64


E-Mail
info@museum-bad-arolsen.de


Internet
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So

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